Die Nutzung der tiefen Erdwärme (Geothermie) soll zukünftig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und einer zukunftsfesten Energieversorgung leisten. Das ist das Fazit eines Berichts zur Geothermie, den das Bundeskabinett am 13. Mai 2009 beschlossen hat. Bis zum Jahr 2020 sollen etwa 280 Megawatt Leistung zur geothermischen Stromerzeugung installiert sein. Bei einer Leistung von etwa 5 Megawatt pro Kraftwerk entspricht dies mehr als 50 Kraftwerken und – eine Bohrungsdoublette je Kraftwerk unterstellt – mehr als 100 fündigen Bohrungen mit nachhaltig hoher Ergiebigkeit, die in den nächsten 10 Jahren hergestellt werden müssen. Nach 2020 wird mit einer Beschleunigung des Wachstums und einer installierten elektrischen Leistung von 850 Megawatt bis 2030 gerechnet.

Niedersachsen bringt grundsätzlich gute Voraussetzungen für eine Nutzung geothermischer Energie aus tiefen Formationen mit sich: das geothermische Potenzial ist vorhanden, die Kenntnisse über den geologische Untergrund sind gut, die Infrastruktur für seine Aufsuchung und Entwicklung sind ausgezeichnet.
Die geologischen Bedingungen in Niedersachsen sind jedoch herausfordernd, denn Niedersachsen verfügt weder über hohe Bohrungsergiebigkeiten für Thermalwasser wie im süddeutschen Molasse-Becken noch über hohe Temperaturen im flachen Untergrund, wie dies im Oberrheintalgraben der Fall ist. In Niedersachsen muss zwischen 4.000 – 6.000 m gebohrt werden, um Temperaturen oberhalb von 150 °C anzutreffen, die für eine effiziente elektrische Energiegewinnung interessant sind. Hinzu kommt eine hohe Salzbeladung der Thermalwässer, die Ablagerungs- und Korrosionsprobleme im Primärkreislauf des Thermalsystems erwarten lassen. Die daraus resultierenden technologischen Herausforderungen für eine wirtschaftliche Erschließung des großen Potentials finden in den Zielen des Verbundes ihren Niederschlag.

